Wirtschaft sieht in Ablehnung der SVP-Initiative Signal für Bilaterale III
(CONNECT) Das Stimmvolk hat die Volksinitiative „Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)“ am 14. Juni mit 54,8 Prozent und einer Mehrheit von 13 der 23 Vollkantone deutlich abgelehnt. Die grossen Wirtschaftsverbände hatten sich im Vorfeld gegen die Initiative ausgesprochen und reagieren nun entsprechend erfreut.
Die Entscheidung zeige, dass das Stimmvolk keine Experimente wolle und hinter dem bilateralen Weg mit der EU stehe, schreibt economiesuisse in einer Mitteilung. Mit dem Nein sei der Weg frei für eine weitere Beratung der Bilateralen III. Der Dachverband verweist auf eine Umfrage des Instituts Sotomo von Juni 2026, laut der 59 Prozent der Befragten Ja oder eher Ja zu den Bilateralen III sagen wollten, nur 33 Prozent Nein oder eher Nein. Unter allen grossen Parteien sprechen sich nur die SVP-Wählenden deutlich gegen das neue Paket von Abkommen mit der EU aus.
Auch Swissmem begrüsst die Ablehnung der Initiative, die keine Probleme gelöst, aber viele neue geschaffen hätte. Der Verband der Techindustrie fordert aber die Politik – Wirtschaftsverbände eingeschlossen –, in einer Mitteilung dazu auf, Lösungen etwa in den Bereichen Asyl- und Wohnungswesen zu suchen und entschlossen umzusetzen. Die Wirtschaft solle das heimische Fachkräftepotenzial nutzen, etwa durch gute Aus- und Weiterbildung und die Beseitigung von Fehlanreizen für Teilzeitarbeit.
Scienceindustries sieht im Abstimmungsergebnis auch ein wichtiges Signal für die Zukunft des Forschungs- und Innovationsstandortes Schweiz. „Der heutige Entscheid stärkt die Planungssicherheit für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Fachkräfte“, wird Stephan Mumenthaler in einer Mitteilung zitiert. „Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Investitionen auch künftig in der Schweiz erfolgen“, so der Direktor des Verbandes der Chemie-, Pharma- und Life Sciences-Branchen. ce/ug