Eine starke Marke als Werttreiber für die Greater Zurich Area

15. Januar 2021 09:14

Zürich - Die Greater Zurich Area ist mit ihrer geballten Technologiekompetenz und dem verlässlichen Umfeld einzigartig in Europa, sagt Reto Sidler. Wir sprachen mit ihm über die Positionierung des Wirtschaftsraums Zürich im internationalen Standortwettbewerb und welche Rolle den einzelnen Kantonen dabei zukommt. 

Seit ein paar Wochen steht „Connect to tomorrow” prominent auf der Website der Greater Zurich Area. Was hat es damit auf sich?

Reto Sidler: Es ist der neue Markenslogan der Greater Zurich Area, der Bezug nimmt zum Kern unserer Marke. Wer den Slogan liest, den laden wir ein, mit uns in Kontakt zu treten und Teil eines Ökosystems aus Talenten und wegweisenden Technologieunternehmen zu werden. Denn das Morgen, also die Zukunft unserer Gesellschaft, wird sehr stark von Technologien geprägt. Im Wirtschaftsraum Zürich kann man diese Zukunft mitgestalten. 

Was macht die Greater Zurich Area im internationalen Standortwettbewerb aus?

Die Greater Zurich Area ist geballte Technologiekompetenz im verlässlichsten Umfeld Europas. Eine so hohe Konzentration von Fachkräften, Hochschulen, etablierten Unternehmen, Start-ups und Weltklassepatenten auf so kleinem Raum ist in Europa einzigartig. Zusammen mit der Verlässlichkeit des Umfelds in der Schweiz ergibt das eine klare Differenzierung zu anderen Standorten in Europa. Der Wirtschaftsraum Zürich bietet daher international tätigen Unternehmen einen echten Mehrwert für die strategische Expansion. 

Warum diese starke Betonung der Technologien?

Ganz einfach: Wir haben hier ein Angebot von Weltrang, das von Unternehmen und Talenten nachgefragt wird. In der Spitzenforschung spielen die Hochschulen und Unternehmen aus dem Wirtschaftsraum Zürich in der Champions League. Weltweite Technologieführer wie Google, Microsoft, IBM, Oracle, Disney, Huawei, ABB, Siemens, Biogen, Johnson & Johnson oder Roche betreiben hier Forschungs- und Entwicklungsstandorte oder arbeiten mit Hochschulen zusammen. Hier gibt es die entsprechenden Fachkräfte und ein innovatives, unternehmerisches Umfeld. Und durch die Zugänge zum europäischen Markt und zu weiteren internationalen Märkten können die Technologien und ihre Anwendungen gleich von hier aus vermarktet werden.

Sie haben die Verlässlichkeit des Umfelds als Stärke der Schweiz erwähnt. Was bedeutet Verlässlichkeit im Wettbewerb der Standorte?

Eine internationale Expansion ist für ein Unternehmen mit vielen Risiken und Unsicherheiten verbunden – der technologische Durchbruch oder der kommerzielle Erfolg werden zwar angestrebt, sind aber alles andere als gewiss. Umso mehr bin ich im Vorteil, wenn wenigstens das Umfeld, in dem ich mich bewege, berechenbar ist. Verlässlichkeit ist hier ganzheitlich zu verstehen: Es geht es um die Stabilität des politischen und rechtlichen Systems, der Währung, um gesunde Staatsfinanzen, das Steuersystem, unternehmensfreundliche Regulierungen im Allgemeinen. Es geht um eine funktionierende Infrastruktur, um soziale Sicherheit, das Bildungswesen, das Gesundheitswesen. Um Schweizer Qualität in allen Lebensbereichen. Für international tätige Unternehmen ist das ausserordentlich attraktiv.

Die Greater Zurich Area deckt fast die halbe Schweiz ab: Kann man eine solche Vielfalt in einer Marke sichtbar machen?

Das ist anspruchsvoll, weil die neun Kantone sehr vielseitig sind und der Wirtschaftsraum recht heterogen ist. Es gibt Grossstädte und ländliche, sogar alpine Gebiete, Spitzentechnologien und traditionelles Gewerbe, sprachliche und kulturelle Unterschiede. Trotzdem hat es in der Diskussion mit den Kantonen über die Marke schnell einen Konsens gegeben, dass die Technologiekompetenz und die Verlässlichkeit in das Zentrum der Positionierung gehören. Jeder Kanton hat spezifische Technologiekompetenzen, die er in den Wirtschaftsraum einbringen kann.

Einzelne Kantone und Städte entwickeln eigene Marken. In welchem Verhältnis steht die überregionale Marke Greater Zurich Area zu ihnen?

Die Marken der Kantone und die des gesamten Wirtschaftsraums haben verschiedene Rollen. Die starke Marke Greater Zurich Area mit ihrer internationalen Strahlkraft bringt den Wirtschaftsraum auf den Radar international tätiger Unternehmen. Die Kantone tragen mit ihren spezifischen Technologiekompetenzen, ihren Hochschulen und Unternehmen zu dieser Strahlkraft bei. Wenn es aber darum geht, wo die Unternehmen ihren eigentlichen Standort suchen, dann werden die Marken der Kantone und Städte wichtiger. Sie stellen ihre spezifischen Stärken und Alleinstellungsmerkmale heraus. Die überregionale Marke und die kantonalen Marken stärken sich gegenseitig.

Wie wollen Sie die Marke erlebbar machen?

Unser Ziel ist es, unseren Zielgruppen an jedem Kontaktpunkt zu spüren zu geben, was die Greater Zurich Area ausmacht. In der Kommunikation machen wir das mit News, Erfolgsgeschichten, Webinars und so weiter. Aber die Markenführung geht darüber hinaus: Wir wollen die Marke in direkten Kundenkontakten, in Meetings, an Messen und anderswo ausdrücken. Das verankern wir immer mehr in unserem Team weltweit, aber auch bei unseren Partnern in den Kantonen. Um die weltweiten Mitarbeiter und die Partner in den Kantonen für die schier unbegrenzten Möglichkeiten zu sensibilisieren, haben wir eigens eine App eingeführt, um Markenkontaktpunkte laufend zu optimieren und gemeinsam zu lernen.

Wie profitiert die Greater Zurich Area von der Markenführung?

Genauso wie jedes Unternehmen, jedes Produkt ist auch jeder Wirtschaftsstandort eine Marke. Die Frage ist, wie systematisch man sie führen will. Wenn man es selber nicht tut, machen es die Kunden oder die Konkurrenz. Ich bin überzeugt, dass uns eine starke Marke hilft, unsere Mission, Wert zu schaffen durch die Ansiedlung zukunftsweisender Unternehmen, besser zu erfüllen. Unsere Marke hilft uns, die Unternehmen auszuwählen, die wir ansprechen. Sie hilft uns, die schlagkräftigsten Argumente zu finden. Sie erleichtert es den Unternehmen selber zu erkennen, ob sie in den Wirtschaftsraum Zürich passen oder nicht. Eine starke Marke schafft Klarheit, gibt Orientierung und stiftet Identität. Sie ist deshalb ein Werttreiber für den Wirtschaftsraum Zürich, die GZA wie auch für die Unternehmen und Talente, die sich für den Standort interessieren oder bereits hier tätig sind.

Interview: Smilla Diener

 

Reto Sidler ist Head of Communications and Marketing der Greater Zurich Area AG (GZA).

Aktuelles im Firmenwiki

Sika setzt neue Massstäbe bei der Wiederverwertung von Beton

02. März 2021 14:17

Baar ZG - Sika hat ein neues Verfahren zur Wiederverwertung von Beton entwickelt. Dabei wird Altbeton vollständig in seine Bestandteile Kiesel, Kalk und Sandstein zerlegt. Gleichzeitig können dabei 60 Kilogramm CO2 pro Tonne Abbruchmaterial gebunden werden.

IFJ gibt Tipps zur Optimierung der Internetseite

02. März 2021 13:24

Schlieren ZH - Das IFJ Institut für Jungunternehmen bietet am Mittwoch einen Online-Kurs mit Tipps zur Optimierung einer Internetseite in Zusammenarbeit mit Google an. Im Rahmen der Reihe Startimpuls gibt es bis Juni insgesamt 14 digitale Kurse.

Swiss Life sieht sich auf gutem Kurs

02. März 2021 12:44

Zürich - Swiss Life hat die Erträge aus Gebühren 2020 deutlich steigern können. Bei Betriebs- und Reingewinn wurden hingegen Rückgänge gegenüber 2019 verbucht. Der Versicherungskonzern führt diese auf Einmaleffekte zurück. Die Neugeschäftsmarge konnte stärker als erwartet verbessert werden.

Kuros Biosciences schliesst neue Vermarktungsverträge

02. März 2021 12:37

Schlieren ZH - Kuros Biosciences hat Vertriebsverträge für das MagnetOs-Knochentransplantat für die Schweiz, die Niederlande, Österreich und Finnland abgeschlossen. Für Grossbritannien und Irland bestehen schon solche Verträge.

Regionalwerke bauen Netz für Wärme und Kälte aus

25. Februar 2021 15:18

Baden AG - Die Regionalwerke wollen das Fernwärmenetz in Baden deutlich ausbauen und durch ein Netz für die Kälteversorgung ergänzen. Der Anteil erneuerbarer Energiequellen soll von 80 auf 100 Prozent steigen und der CO2-Ausstoss bis 2030 um mindestens 20‘000 Tonnen gesenkt werden.

KSB trägt Hauptlast der Corona-Versorgung im Aargau

25. Februar 2021 13:14

Baden AG - Das Kantonsspital Baden (KSB) hat fast zwei Drittel der 1337 im Kanton Aargau hospitalisierten Covid-Patienten behandelt. Der erste Corona-Patient kam am 28. Februar 2020 ins KSB. Das Hospital zieht eine Bilanz zu ein Jahr Corona.

AKB meldet historischen Geschäftserfolg trotz Krise

23. Februar 2021 14:52

Aarau - Der Geschäftserfolg der Aargauischen Kantonalbank (AKB) beläuft sich 2020 auf 192,9 Millionen Franken. Das ist das drittbeste operative Ergebnis ihrer Geschichte. Mit einem Plus von 3,2 Prozent überschritt der Geschäftsertrag erstmals 400 Millionen.

Lyreco lanciert Neuheiten wie antibakterielle Kugelschreiber

23. Februar 2021 13:00

Dietikon ZH - Lyreco, Anbieter von Büro- und Arbeitsplatzlösungen, Lyreco, ergänzt sein Angebot mit einer Reihe von Neuheiten. Sie sollen das Arbeitsleben sicherer und nachhaltiger machen und entfalten zum Teil auch antimikrobielle Wirkung.

Cosanum sucht innovative Start-ups

22. Februar 2021 15:02

Schlieren ZH - Der Gesundheitslogistiker Cosanum hat die wegen Corona verschobene IFASinnovation Challenge 2020 neu auf Oktober 2021 terminiert. Bewerbungsschluss ist am 28. Februar. Gesucht werden innovative Start-ups im Gesundheitswesen.

Aktuelles aus Wirtschaft und Politik

Kantone wollen volle Teilnahme an Erasmus+

02. März 2021 12:39

Bern - Die Konferenz der Kantonsregierungen fordert eine Vollassoziierung der Schweiz beim EU-Bildungsprogramm Erasmus+. Sie stimmen dem vom Bundesrat verabschiedeten Verhandlungsmandat daher zu, wollen durch die Teilnahme entstehende Belastungen aber verhindern.

Bundesnahe Firmen engagieren sich für Energiezukunft

25. Februar 2021 13:25

Bern - Im Rahmen der Initiative Vorbild Energie und Klima setzen sich bundesnahe Firmen für mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien ein. Nun sind fünf neue Akteure mit an Bord. Zu ihnen gehören unter anderem PostFinance und die RUAG MRO Holding.

Schweiz fördert nachhaltige Entwicklung in Indonesien

25. Februar 2021 12:24

Bern - Die Schweiz und Indonesien arbeiten im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung enger zusammen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft stellt 65 Millionen Dollar bereit, um ein nachhaltiges und wettbewerbsfähiges Wirtschaftswachstum in Indonesien zu fördern.

Freihandelsabkommen hat gute Chancen

24. Februar 2021 14:28

Zürich - In der dritten und letzten Abstimmungsumfrage von Tamedia haben die Befürworter des Freihandelsabkommen mit Indonesien die Nase vorn. Das E-ID-Gesetz wird von einer Mehrheit hingegen abgelehnt. Das Verhüllungsverbot hat an Zustimmung verloren, seine Annahme bleibt aber wahrscheinlich.

Swissmem fordert Vorbereitung auf mögliche dritte Welle

24. Februar 2021 14:09

Zürich - Die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie hat im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Krise einen Einbruch erlitten. Der Branchenverband Swissmem hofft zwar auf eine Erholung. Gleichzeitig fordert er von der Politik aber eine gute Vorbereitung auf eine mögliche dritte Welle.

Bund beteiligt sich weiter an Sicherheitskosten des WEF

24. Februar 2021 11:09

Bern - Der Bundesrat will den Kanton Graubünden weiterhin bei den Sicherheitsmassnahmen für die Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) unterstützen. Die Durchführung der Treffen liegt nach Ansicht des Bundesrats unverändert im nationalen Interesse.

Bund und HotellerieSuisse bieten Coaching für Hotels

23. Februar 2021 11:39

Bern - Das Staatssekretariat für Wirtschaft und der Verband HotellerieSuisse lancieren gemeinsam ein Coaching-Programm für Schweizer Hotels. Dieses soll ihnen helfen, sich auf die Zeit nach der Corona-Krise vorzubereiten.

Economiesuisse lehnt Agrarinitiativen ab

18. Februar 2021 14:08

Zürich - Der Wirtschaftsverband economiesuisse warnt vor der Annahme der Pestizidverbotsinitiative und der Trinkwasserinitiative. Diese würden die Produktion von Lebensmitteln in der Schweiz stark beeinträchtigen und zu höheren Preisen führen.

Bund will Innovationsförderung erleichtern

17. Februar 2021 11:16

Bern - Innosuisse soll künftig mehr Handlungsspielraum bei der Förderung von Innovationsprojekten und Start-ups erhalten. Der Bundesrat hat am Mittwoch die Botschaft für die dafür nötige Gesetzesänderung verabschiedet.

Philipp Hildebrand könnte OECD-Generalsekretär werden

10. Februar 2021 14:19

Bern - Philipp Hildebrand steht im Finale des Auswahlverfahrens für den Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Im Falle einer Wahl will Hildebrand Kohlenstoffemissionen und Ungleichheiten bekämpfen und die internationale Zusammenarbeit stärken.

Freihandelsabkommen mit Indonesien bleibt umstritten

10. Februar 2021 12:19

Zürich - In der zweiten Abstimmungsumfrage von Tamedia halten sich Befürworter und Gegner des Freihandelsabkommens mit Indonesien die Waage. Beim E-ID-Gesetz haben die Gegner die Nase vorn. Nur das Verhüllungsverbot trifft auf breite Zustimmung.

Cassis fördert Handel mit Algerien

09. Februar 2021 12:57

Bern/Algier - Bundesrat Ignazio Cassis hat eine Afrikareise mit einem offiziellen Besuch in Algerien begonnen. In Algier wurden dabei Abkommen über einen Schweizer Beitrag zur Reform des Spitalsektors Algerien unterzeichnet. Zudem stattete Cassis der Handelskammer Schweiz-Algerien einen Besuch ab.

Schweiz gehört zu den innovativsten Ländern der Welt

04. Februar 2021 10:38

New York - Die Schweiz ist im Bloomberg Innovation Index um einen Rang vorgerückt. Sie belegt nun den dritten Platz weltweit und den ersten Platz in Europa. Punkten kann sie vor allem dank ihrer Leistungen im Bereich Forschung und Entwicklung.

Schweizer Aktien dürfen wieder in London gehandelt werden

03. Februar 2021 14:16

Bern - Die Schweiz hat am Mittwoch grünes Licht für die Wiederaufnahme des Handels mit Aktien von Schweizer Unternehmen an britischen Börsen gegeben. Die SIX und die Schweizerische Bankiervereinigung begrüssen diesen Entscheid. Damit sei wieder ein gesunder Austausch und Wettbewerb möglich.

Economiesuisse stellt Klimaprogramm vor

03. Februar 2021 13:27

Zürich - Economiesuisse hat sein „Klimaprogramm der Wirtschaft“ vorgestellt. Zudem fordert der Wirtschaftsdachverband an seiner Jahresmedienkonferenz die sofortige Einsetzung eines nationalen Krisenstabs. Er soll das Krisenmanagement in der Pandemie verbessern.

Dachverbände der Wirtschaft drängen auf Rahmenabkommen

03. Februar 2021 12:36

Zürich - Economiesuisse und der Arbeitgeberverband drängen auf eine rasche Klärung der offenen Fragen zum Rahmenabkommen mit der EU. Die Wirtschaft brauche die sektorielle Teilnahme am EU-Binnenmarkt. Der Schwebezustand in den bilateralen Beziehungen müsse beendet werden.

Schweiz sieht sich bereit für Horizon Europe

03. Februar 2021 10:20

Bern - Staatssekretärin Martina Hirayama hat an der Auftaktveranstaltung für das europäische Forschungsprogramm Horizon Europe teilgenommen. Sie hob dabei hervor, dass die Schweiz die für die Assoziierung notwendigen Schritte abgeschlossen hat.