Zürich braucht Dübendorf für die Geschäftsfliegerei

19. Juni 2020 08:03

Der Flugplatz Dübendorf soll auch weiterhin für die Geschäftsfliegerei genutzt werden können, schreibt Nino Feltscher. Diese ist für viele Unternehmen in der Region und für die Attraktivität des Standortes Zürich generell wichtig.

Zwei Initiativen wollen die Nutzung des Flugplatzes Dübendorf für die Geschäftsfliegerei verhindern. Will die Wirtschaftsregion Zürich aber attraktiv für international tätige Unternehmen bleiben, braucht es eine ausreichende Infrastruktur für Geschäftsfliegerei. Der Flugplatz Dübendorf eignet sich optimal dafür.

Jüngst wurden zwei kantonale Initiativen (hier und hier) lanciert, welche verhindern wollen, dass der Militärflugplatz Dübendorf für die Geschäftsfliegerei genutzt wird. Die Initiativen richten sich damit gegen die Pläne des Bundes, der einen Betrieb mit maximal rund 28‘000 Flugbewegungen pro Jahr (der Flughafen Zürich verzeichnet knapp 280‘000 Flugbewegungen) vorsieht, wobei mehr als die Hälfte der Flugbewegungen auf die Luftwaffe und Luftrettung entfallen würden.

Wichtige Rolle der Geschäftsfliegerei für die Zürcher Wirtschaft

Aus der Sicht der Zürcher Handelskammer (ZHK) darf die Bedeutung der Geschäftsfliegerei für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandorts nicht unterschätzt werden. Die Geschäftsfliegerei erschliesst vor allem Destinationen, die nicht von Linienfluggesellschaften abgedeckt werden. Damit ermöglicht die Geschäftsfliegerei Schweizer Unternehmen die Erschliessung neuer Märkte: Diese finden ihr Geschäftsfeld vermehrt in aufstrebenden Wirtschaftsregionen, welche verkehrstechnisch noch schlecht erschlossen sind. So greifen beispielsweise Spezialistenteams, die mit Ersatzteilen und den notwendigen Werkzeugen in abgelegenen Ländern Notfallreparaturen ausführen, auf die Geschäftsfliegerei zurück. Auch verbinden namhafte Unternehmen des Zürcher Finanzplatzes ihre Standorte bei Bedarf mit kleinen, effizienten und stetig leiser werdenden Businessjets. Unternehmen sind auf die Vorteile der Geschäftsfliegerei angewiesen, insbesondere auf kurze Wege, schnelle Prozesse, produktiv nutzbare Reisezeit und Flexibilität bei der Flugplanung.

Kapazitätsengpässe in Kloten gefährden Geschäftsfliegerei

Die Nachfrage nach Luftverkehrsleistungen hat in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz stark zugenommen. Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg von diversen Schwellenländern steigt das Bedürfnis nach Luftverkehrsverbindungen weiter – trotz der derzeitigen Corona-Krise. Gleichzeitig stagnierten die verfügbaren Kapazitäten an den Schweizer Landesflughäfen, der Flughafen Zürich operiert in Spitzenzeiten an der Kapazitätsgrenze. Neben den grossen Passagiermaschinen bleibt so immer weniger Platz für den Geschäftsreiseverkehr – der Flugplatz Dübendorf würde für Entlastung sorgen.

Flugplatz Dübendorf als idealer Standort für die Geschäftsfliegerei

Der seit über 100 Jahren bestehende Flugplatz Dübendorf ist aus Sicht der ZHK der ideale Standort im Raum Zürich für die Geschäftsfliegerei. Die vom Bundesrat angestossene und vom Zürcher Regierungsrat unterstützte Entwicklung des Flugplatzes Dübendorf bietet die Chance, die Bedürfnisse der bedeutsamen Geschäftsfliegerei abzudecken, dadurch Arbeitsplätze im Kanton zu sichern und die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Zürich zu erhalten bzw. zu stärken. Strenge Vorgaben stellen dabei sicher, dass die Anliegen der umliegenden Gemeinden gewahrt bleiben.

Die ZHK spricht sich deshalb gegen die Initiativen aus, welche einen Geschäftsfliegerei-Flugplatz verhindern wollen. Sie fordert zudem den Bundesrat auf, der Flugplatz Dübendorf AG so rasch wie möglich die notwendige Konzession für den Betrieb des Flugplatzes zu erteilen. Die wirtschaftsfreundlichen Kräfte im Zürcher Kantonsrat werden zudem dazu aufgerufen, den Flugplatz Dübendorf als Standort für die Geschäftsfliegerei zu unterstützen und dagegen gerichtete Initiativen abzulehnen.

Nino Feltscher ist Mitarbeiter Wirtschaftspolitik bei der ZHK.

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