Wirtschaft fordert mehr Reisefreiheit vom Bundesrat

16. April 2021 10:49

Zürich - Eine breite Allianz aus Wirtschaftsvertretern und Sozialpartnern setzt sich für mehr Reisefreiheit ein. Sie richtet sich mit drei Kernforderungen an den Bundesrat. Wer genesen, geimpft oder negativ auf das Coronavirus getestet ist, soll sich frei bewegen können.

Vertreter und Vertreterinnen der Luftfahrt, der Wirtschaft und des Tourismus sowie Sozialpartner haben sich zu einer Allianz zusammengeschlossen. Diese setzt sich unter dem Namen Back-in-the-Air für die Wiedererlangung der Reisefreiheit ein. Mit an Bord sind auch economiesuisse sowie mehrere Handelskammern – darunter auch die Zürcher Handelskammer. Die Allianz richtet sich einer Medienmitteilung zufolge mit drei Forderungen an den Bundesrat.

Erstens will sie Reisebeschränkungen zwischen Ländern mit ähnlichem Ansteckungsrisiko abschaffen. Eine Impf-, Test- und Tracing-Strategie soll dabei die Sicherheit garantieren. Zweitens sollen Personen, die nachweislich geimpft, genesen oder negativ auf das Coronavirus getestet sind, frei aus- und einreisen und sich in der Schweiz bewegen können. Dabei soll auch ein Antigentest als ausreichend erachtet werden. Drittens fordert die Allianz die Schaffung eines digitalen Nachweises für die Impfung, die Genesung oder den negativen Test. Dieser soll international standardisiert und anerkannt werden.

Andreas Schmid, Verwaltungsratspräsident der Flughafen Zürich AG, hat die Forderungen am Donnerstag im Namen der Allianz an Bundespräsident Guy Parmelin übergeben. Parmelin war auf Einladung der Zürcher Regierungspräsidentin Silvia Steiner (CVP) und der Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) am Flughafen Zürich zu Besuch. Ziel des Besuches war es, die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Flugbetrieb, die Zürcher Wirtschaft und den Schweizer Tourismus zu diskutieren.

Die Coronakrise hat die Reise- und Tourismusbranche schwer getroffen. Das Passagieraufkommen an den Schweizer Flughäfen ist um drei Viertel eingebrochen. Die Logiernächte sanken um 40 Prozent. „Entlang der schrittweisen Normalisierung des öffentlichen Lebens im Inland braucht es auch verlässliche Regeln rund ums Reisen, damit dies für uns alle wieder planbar wird“, so Stephan Widrig, CEO des Flughafens Zürich, in der Mitteilung. Dieter Vranckx, CEO von Swiss, betont dort auch, dass der Wirtschaftsstandort und die Exportnation Schweiz von einem funktionierenden Luftverkehr abhängig sind.

Besonders von der Krise getroffen sieht sich auch der Kanton Zürich. Mit 6,5 Millionen Logiernächten ist er eigenen Angaben zufolge die grösste Tourismusregion der Schweiz. Im Jahr 2020 ist die Zürcher Wirtschaft um 3,9 Prozent eingebrochen. Regierungspräsidentin Steiner äusserte am Donnerstag den Wunsch für mehr Zusammenarbeit mit dem Bundesrat. „Zusammen lassen sich auch Lösungen finden, wie die Quarantänepflicht beim Reisen gelockert werden könnte, indem geeignete Ersatzmassnahmen definiert werden“, sagte Steiner laut einer Mitteilung des Kantons.

Walker Späh hob zudem die grosse Rolle des Flughafens Zürich für die Wirtschaft hervor. „Der Flughafen Zürich ist der Suezkanal der Schweiz. Wenn der Suezkanal blockiert ist, stockt der Welthandel. Wenn unser Landesflughafen still steht, stockt der internationale Handel und der Tourismus und die Standortattraktivität der Schweiz wird geschwächt", so Walker Späh. ssp

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26. Mai 2021 14:03

Brüssel - Der Auswärtige Dienst der EU hat ein neues Dokument zu den Beziehungen mit der Schweiz veröffentlicht. Darin führt er Probleme auf, die ohne ein institutionelles Rahmenabkommen auftreten würden. Demnach gäbe es negative Konsequenzen für beide Seiten.

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